IUoU Ladekennlinie Cetek Hannibal on Tour

Ladegeräte und Ladebooster – Kleine Stromkunde für WoMo’s Teil 2

Ladebooster, Automaticlader, B2B, Trennrelais , Spannungswandler … ???

In Teil 1 unserer kleinen Strumkunde für WoMo’s haben wir die Geschichte mit den Batterien beleuchtet. Und vielleicht haben ein paar von euch jetzt rausgefunden welche Batterie sie brauchen, aber wie bekommt ihr den Strom dort rein?

Wie kommt der Strom in meine Versorgungsbatterie?

Um die Versorgungsbatterie aufzuladen gibt es diverse Wege die wir hier mal kurz aufzählen wollen.

Mögliche Wege zum Aufladen sind:

  1. Lichtmaschine via Trennrelais oder B2B Lader (Ladebooster)
  2. Ladegerät mit Landstrom
  3. Solaranlage
  4. Windkraft

Die Brennstoffzelle / Efoy und den Generator lassen wir mal aussen vor, da wir diese eher als Stromquellen einstufen.

Über die alternativen Energiequellen ( Wind & Solar) erfahrt ihr mehr in Teil 3 unser kleinen Stromkunde für WoMo’s

Trennrelais, oder brauche ich einen Ladebooster?

Man liest im Internet ja viel über das ja, nein, vielleicht von Trennrelais, Ladeboostern und wie die Batterie mit der Lichtmaschine zu verbinden ist.

Was ist ein Trennrelais?
Schaltungsaufbau Trennrelais mit Starterbatterie und Versorgungsbatterie Hannibal on Tour
Schaltungsaufbau Trennrelais

Ein Trennrelais ist praktisch ein großer Schalter der, wenn der Motor läuft und die Lichtmaschine Strom liefert, die Starterbatterie(n) mit den Aufbaubatterie(n) verbindet und so erlaubt dass die Lichtmaschine die Aufbaubatterie(n) mitläd.

Das Prinzip ist einfach, preiswert und zuverlässig. Es findet heute noch bzw. wieder Anwendung in den Fahrzeugen. Leider hat das Trennrelais auch seine Grenzen. Da hier keinerlei Laderegelung statt findet funktioniert das Relais nur mit Blei-Säure Batterien wirklich gut, da die Gefahr der Überladung recht hoch ist. Ausnahmen sind hier moderne Fahrzeuge die eine Bordnetzmanagement haben. Dort wird der Ladestrom über das Bordnetz gemanaged. Häufig zu finden in Fahrzeugen mit Start- Stopautomatik und sereienmäßigen AGM Batterien. Auf jeden Fall aber sollten beide Batterien vom gleichen Typ sein.

Was ist eine Ladebooster?

Der Ladebooster ist in der Regel gar kein Booster sonder mehr ein Ladegerät was darauf spezialisiert ist Batterien mit dem Strom von anderen Batterien zu laden. Daher trift der Name Ladwandler oder auch B2B Lader  (Battery to Barttery) eher zu. In Teil 1 der Kleine Stromkunde für WoMo’s haben wir ja gelernt, dass moderne Batterien nicht überladen werden dürfen. Da unsere Lichtmaschine aber nicht merkt dass die Versorgungsbatterie voll ist würde sie diese überladen.

Ladekennlinie IUoU Grafische Darstellung
In der Grafik lässt sich gut erkennen wie in der 2 Ladephase (U) der Strom immer weiter abgesenkt wird während die Spannung konstant gehalten wird.

 

Deswegen schalten wir hier einen Ladewandler zwischen der über eine mehrstufige Ladekennlinie* verfügt. Diese Kennline sollte eine IUoU oder besser sein. Dieser Ladewandler nimmt also den Strom von der Starterbatterie und wandelt ihn passen für unsere Versorgungsbatterie um. Gerade in älteren Fahrzeugen erreicht die Lichtmaschine keine ausreichende Spannung . Wir benötigen aber zum erreichen der Ladeschlussspannnug einer AGM oder GEL Batterie 14.4V – 14.8V, je nach Typ. Jetzt endlich kommt er „DER BOOSTER“! An dieser stelle passt unser Ladewanlder nicht nur den Ladestrom an, nein, er wandelt auch die Spannung um, (Boost) damit wir eine otimale Ladespannung erhalten.  So ist vermutlich mal der irreführende Name Ladebooster entstanden.

*Eine Ladekennline ist sowas wie eine Anleitung für das Ladegeräte wie es die Batterie wann mit wieviel Storm und welcher Spannung laden muss.  

Damit der Ladewandler / Booster / B2B Lader unsere Starterbatterie nicht einfach entläd wenn die Versorgungsbatterie Strom benötigt schalten wir Ihn nur ein wenn der Motor läuft und unsere Lichtmaschine auch wirklich Strom produziert. Dazu wird die Leitung D+ von der Lichtmaschine an den Ladewandler geklemmt.

Wer sind eigentlich D+ und Klemme 15?

In allen Anleitungen und Schaltplänen  im Zusammenhang mit Trennrelais und Ladewandlern kommt D+ oder KLemme 15 vor. Aber wer sind die beiden und wofür brauchen wir sie?

Klemme 15

Bei der Klemme 15 handelt es sich um einen Anschluss der erst Strom führt wenn die Zündung eingeschaltet ist. Zum Beispiel die Hupe, Scheibenwischer, Blinker, Radio, etc.

Häufig wird die Klemme 15 auch zum einschalten von Zusatzgeräten wie Ladewandlern oder Endstufen verwendet, weil sie leichter im Fahrzeug zu finden ist als D+

D+

Die Leitung D+ kommt von der Lichtmaschine und führt nur Strom wenn die Lichtmaschine auch Strom produziert. Ursprünglich wurde D+ verwendet um die Ladekontrolleuchte im Armaturenbrett zu schalten. Heute verwenden wir D+ aber auch gerne für Verbraucher die unsere Starterbatterie nicht belasten sollen. Zum Beispiel unser Ladewandler der die Versorgungbatterie ja nur laden soll wenn die Lichmaschien auch läd.

Und was brauche ich jetzt?

Wer noch eine Blei-Säure Starterbatterie besitzt und auch eine Blei-Säure Batterie im Aufbau verwenden möchte (Nachteile haben wir in Teil 1 beschrieben) kommt mit einem Trennrelais aus. Habt ihr schon ein Fahrzeug mit einem Bordnetzsteuergerät und AGM Batterie (z.B.: VW T5, wobei der Kabelsatz dort recht teuer ist) ist ein Trennrelais ebenfalls gut geeignet wenn ihr im Aufbau auch eine AGM verwenden wollt.

In allen Fällen wo der Batterietyp ungleich ist oder eine höhere Ladespannung für die Versorgungsbatterie benötigt wird ist ein Ladewandler von nöten. Andernfalls wird die Batterie nie richtig voll oder schlimmer die teure Versorgungsbatterie ist recht schnell im Eimer. In Hannibal ist zur Zeit ein Votronic 2412-25 verbaut, da in unserem DüDo das Bordstromnetz auf 24V läuft und der Aufbau mit 12V betrieben wird. Das Gerät gibt es natürlich auch für 12V Bordnetze.

Welches Ladegerät für Landstrom benötige ich?

Calira LG 507 Ladegerät
Ladegerät für Blei-Süre Batterien … etwas in die Jahre gekommen.

Auch wenn wir über die beste Ladetechnik im Auto verfügen kann ein gutes Landstrom-Ladegerät nicht schaden. Wir fahren nicht immer gleich lange, sodass nicht gewährleistet ist, das die Lichtmaschine bzw. der Ladewandler die Batterie wirklich bis zum Ende geladen hat. Ebenfalls können wir in den Wintermonaten nicht immer eine saubere Ladung via Solarstrom garantieren. So schadet es also nicht die Versorgungsbatterie von Zeit zu Zeit mal an ein ordentliches Ladegerät zu hängen.  Auch ist es auf Camping- oder Stellplätzen mal ganz schön unter Bäumen zu stehen. Schon bricht die solare Ladung ein. Um unsere Batterie aber nicht in kürzester Zeit mit einem Baumarkt Billig-Lader zu Grunde zu richten besorgen wir uns am besten ein Automatik Ladegerät welches über die passenden Kennlinien* verfügt. Am Markt gibt es eine Reihe von Geräten die diesen Job gut erfüllen: Cetek, Victron, Votronic, Dometic

Ein Landstromladegeräte sollte mindestens so groß dimensioniert werden, dass es die Hälfte unserer Batterikapazität (Die 50% Geschichte) an einem Tag locker zurück spielen kann. Wenn es zusätzlich noch den Tagesbedarf abdecken kann ist es, in der Regel, ausreichend groß genug.

Für die meisten Nutzer reicht also ein Ladegerät mit 15A-25A vollkommen aus. In Hannibal haben wir, zur Zeit,  das Waeco MCA 1215 verbaut und können bisher nichts bemängeln.

Wir bemühen uns das Thema so verständlich wie möglich und sachlich richtig zu behandeln. Solltest du der Meinunng sein wir hätten etwas vergessen oder du hast einen Änderungsvorschlag würden wir uns über deinen Komentar freuen.

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